Präsentation „Bilder nacheinander, Bilder nebeneinander – Die Interaktive Montage bei K-TOWN’92“ @gfm bonn

präsentation im Panel „Instabile Bildräume: Digitale Inter-Aktion und Gegenöffentlichkeit“ an der jahrestagung der gesellschaft für medienwissenschaften 2024

abstract:

Die Web-Doku K-TOWN’92 (Grace Lee, 2017) arrangiert Sequenzen aus einer umfangreichen Datenbank in einem interaktiven Interface. Dabei wird kein Bild für sich alleine stehen gelassen und jeweils bis zu fünf Sequenzen nebeneinander und gleichzeitig abgespielt. Es ergibt sich eine Montage, die an Harun Farockis „Weiche Montage“ erinnert, bei der es „sowohl die Sukzession als auch die Gleichzeitigkeit [gibt], die Beziehung von einem Bild zum folgenden als auch zum nebenstehenden“ (Farocki 2002). Die Abhängigkeiten der Bilder untereinander manifestieren sich hier nicht bloß zeitlich, sondern auch räumlich.

K-TOWN’92 befasst sich mit den Unruhen in Los Angeles von 1992 und verwendet dabei eine umfassende Menge an Archiv-Aufnahmen, welche auch stereotypisierte Bilder und Rassismen reproduzieren. Obwohl diese Bilder „kontaminiert“ sind (Pantenburg 2023), werden sie im Film gezeigt, wobei dieses Zeigen mit einer Kritik einhergeht. Wie wird diese Kritik produziert? Angelehnt an Farockis Auseinandersetzungen mit Montage soll die Frage behandelt werden, inwiefern die Montage bei K-TOWN’92 als entschärfendes „Antidot“ zu krisenbehafteten Bildern (Pantenburg 2023) verstanden werden kann, demnach „die Bilder […] gegen sich selbst aussagen [sollen]“ (Farocki 2007) – und was Interaktivität damit zu tun hat.

LIteratur:

  • Farocki, Harun (2007): Die Bilder sollen gegen sich selbst aussagen. In: Schwarte, Ludger (Hrsg.): Auszug aus dem Lager. Zur Überwindung des modernen Raumparadigmas in der politischen Philosophie. Bielefeld: transcript Verlag, S. 295 – 311.
  • Farocki, Harun (2002): Quereinfluss/Weiche Montage. https://newfilmkritik.de/archiv/2002-06/quereinflussweiche-montage/ [zuletzt abgerufen am: 01.03.2023]